Kovaèis (Kováøi) kova¾is TAMARY (Romski) charas

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Kovaèis (Kováøi) kova¾is TAMARY (Romski) charas

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 5:28 pm

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Kovaèis (Kováøi) kova¾is charas
Charas, m. (Griech.); syn. charas, kovaèis, kova¾is: Schmied.

Das Schmiedehandwerk (chariko bui [Buti]) war eine der zwei traditionellsten und grundlegendsten Arten der Roma, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Einige Roma-jati (Kasten) hatten bereits in Indien von ihrer Arbeit als Schmiede gelebt. Geschichtliche Quellen erwähnen sesshaft lebende "Zigeuner"-Schmiede bereits im Byzantinischen Reich. Roma-Schmiede verrichteten ihre Arbeit traditionellerweise in sitzender Position . Nach den Musikern kam den Schmieden die höchste Achtung zu. In slowakischen Dörfern hatten sie in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg eine unersetzbare Stellung, weil sie sich auf eine Reihe von kleinen Dienstleistungen und Produkten spezialisiert hatten, die von Nicht-Roma-Schmieden nicht angeboten wurden, z.B. romano karfin (Slowak.: "Cigánsky klinec" – Nagel mit einem breiten Kopf), S-förmige Gegenstände zur Verbindung von Kettengliedern etc. Viele Schmiede stellten spezielle technische und qualitativ hochwertige Gegenstände aus Stahl (apsin), wie zum Beispiel Messer und Äxte, her.


Roma-Schmied mit Helfer, 1600


Der Vorteil für die Bauern bestand darin, dass Roma-Schmiede ihre Dienste im Tausch gegen Nahrungsmittel anboten (Erdäpfel, Käse, Sauermilch, Fett etc.), während Nicht-Roma-Schmiede dafür Geld verlangten.

Einige Roma-Schmiede lebten sogar außerhalb von "Zigeuner"-Siedlungen in einem Dorf (maškaral o gav). Gewöhnlich beteiligten sich alle Mitglieder einer Familie an der Schmiedearbeit. Der Vater und einer seiner Söhne (in einigen Fällen sogar seine Frau oder eine Tochter, wenn es keinen Sohn in der Familie gab) marelas pro trast (wörtlich: hämmerten Eisen, d.h. arbeiteten an der Esse); die Frau oder die Kinder bedienten die Bälge (phurdenas pišot). Das Material, mit dem sie arbeiteten, war purane trasta (altes Eisen). Entweder sammelten die Kinder altes Eisen auf den Höfen oder der Schmied erhielt es im Tausch gegen neue Waren. Die Frau ging pal o gava (von Dorf zu Dorf), um die neue Ware zu verkaufen. Manchmal trug sie sie in einem Tuch am Rücken (zajda), in dem sie bis zu zwanzig oder sogar dreißig Kilo an Hufeisen, Ketten, Klammern und Hacken trug. Sie kam an einem Tag in bis zu vier oder fünf Dörfer.

Ein von Alojz Šarközy hergestellter Gartenzaun (Dunajská Lužná [Bratislava]/Slowakei)

Die Schmiede-Familie stellte ihre eigene Holzkohle (angara) her. An einem passenden Ort im Wald bauten sie einen Holzkohlenstoß und in der Zeit, als das Abfallholz karbonisierte, lebte die Familie des Schmieds vorübergehend in einer Hütte.

Durch die industrielle Entwicklung ist die Nachfrage nach dem Schmiedehandwerk zurückgegangen. Nur die begabtesten Schmiede konnten noch von ihrer Arbeit leben. Zudem wurde ein Lehrabschlusszeugnis als Voraussetzung für das Ausüben des Handwerks verlangt. Einige Roma-Schmiede gingen dazu über, Kunstgegenstände aus Metall herzustellen. In Podunajské Biskupice in der Nähe von Preßburg (Bratislava) gründeten sie in den dreißiger Jahren sogar eine Kunstkooperative. Jene, die nicht von ihrem Gewerbe leben konnten, versuchten bašaviben – den Beruf des Musikers – zu erlernen. Damals arbeiteten viele während der Woche als Schmiede und an Samstagen und Sonntagen spielten sie Musik ("Perdal o kurko marelas, sombat kurko phirelas te bašavel").

Roma-Schmiede verrichteten ihre Arbeit traditionellerweise in sitzender Position


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Bešindos bešindos, pro bešindoš: in sitzender Position. gadulija lohar

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 5:33 pm

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Bešindos

bešindos, pro bešindoš: in sitzender Position.

Traditionellerweise arbeiteten Roma-Schmiede in sitzender Position am Boden. Es besteht kein Zweifel, dass sie diese Art zu arbeiten aus Indien übernommen haben.

Heute noch arbeiten nomadisch lebende Schmiede (gadulija lohar), die hauptsächlich in Punjab, Rajasthan und Uttar Pradesch leben, in sitzender Position – wie dies auch bei Roma-Schmieden in der Türkei, Griechenland und an anderen Orten am Balkan üblich ist. Der deutsche Reisende Arnold von Harff, der im Jahr 1491 auf seiner Pilgerreise zum Heiligen Grab zum Hafen von Modon an der Küste von Epirus kam, beschrieb eine Kolonie von "Zigeunern", die in Hütten vor der Stadt lebten, und hielt mit Erstaunen fest, dass ihre Schmiede, anders als in Europa, am Boden sitzend arbeiteten.

Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts legten einige Bezirksbeamte die Assimilierungserlässe von Maria-Theresia in dem Sinne aus, dass die Roma von all ihren charakteristischen Eigenschaften befreit werden müssten. Im Bezirk von Gemer (Slowakei) zum Beispiel wurde 1768 ein Rundschreiben veröffentlicht, in dem unter anderem die Anordnung zu finden ist, dass es "Zigeunerschmieden" nun verboten sei, am Boden sitzend zu arbeiten.


Roma-Schmied (Ungarn), 1850

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Bui, f. (Ind.): Arbeit, körperliche Arbeit; te kerel bui: körperlich arbeiten.

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 5:52 pm

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Buti

bui, f. (Ind.): Arbeit, körperliche Arbeit; te kerel bui: körperlich arbeiten.

In einigen Dialekten wird bui in einer genau definierten Bedeutung verwendet: als Schmied arbeiten, eine Schmiedewerkstatt betreiben. Öfters jedoch wird der Begriff durch das Adjektiv romaòi / chariko (te kerel romaòi / chariko bui; wörtlich: "Roma-Schmiedearbeit tun") noch genauer beschrieben.

Der Terminus bui bezog sich ausschließlich auf körperliche Arbeit, der – abgesehen von der Arbeit eines Schmieds – ein grundsätzlich niedrigerer Status zukam als beispielsweise der Karriere eines Musikers oder eines Händlers. Jene Menschen, die "rituell unreine" Dinge oder Materialien berühren mussten, hatten einen besonders niedrigen Status. In Indien und in einigen traditionell lebenden Roma-Gemeinschaften zählten dazu auch Tierhäute, natürlich Exkremente und Abfall, aber auch Erde. Des Weiteren definierte die Art der Tätigkeit die Grenzen zwischen den einzelnen Klans (Kasten: jati [džati]) und ihre Position innerhalb der Hierarchie der gesamten Gesellschaft (in Indien ebenso wie in der Roma-Gemeinschaft).

Wenn wir einen Musiker nach seiner Arbeit fragen (Savi bui keres?; "Welche Arbeit tust du?"), wird er – oft gekränkt – zur Antwort geben: Me na kerav bui, me bašavev. ("Ich arbeite nicht; ich bin Berufsmusiker.") Ein Händler würde dem ähnlich entgegenhalten: Me na kerav bui, me šeftinav. ("Ich arbeite nicht; ich handle.")
Als zum Beispiel Roma-Musiker unter nationalsozialistischer Besatzung als Zwangsarbeiter oder in Lagern körperliche Arbeit (te kerel bui) verrichten – und während des Krieges etwa Schützengräben für die deutschen Soldaten ausheben – mussten, stellte schon die bloße Tatsache, dass sie "den Geigenbogen gegen Spitzhacke und Schaufel eintauschen mussten", für viele bereits so etwas wie ein erstes psychisches Trauma dar.

Die Hoffnung, eines Tages wieder die Möglichkeit zu haben, Musik zu spielen und das Musikern entgegengebrachte Prestige genießen zu können, wurde schließlich vom kommunistischen Regime vollkommen zunichte gemacht. Wollte im Sozialismus jemand seinen Lebensunterhalt durch Musik verdienen, musste er fachspezifische und politische Prüfungen ablegen. Doch nur solche Musiker, die in Gadže-Einrichtungen ausgebildet worden waren, nicht aber Roma-Musiker, die ihr Können durch die ganz eigene jahrhundertealte Roma-Tradition erlangt hatten, konnten die Prüfungen bestehen.

Da sie von Geburt an von Musik umgeben waren, hatten sie kan (wörtl.: "Ohr"; d.h. ein musikalisches Gehör) und sahen keine Veranlassung, Musik auch "lesen" zu können. Einige der ältesten Musiker – auch jene mit le Devlestar (wörtl.: "von Gott gegebenem [Talent]") – konnten weder Lesen noch Schreiben. Sie brauchten diese Kenntnisse nicht, um Berufsmusiker zu sein. Die Gadže-Kommunisten jedoch verlangten von ihnen dieses Wissen – und noch vieles mehr. Nur ein kleiner Prozentsatz der Roma-Musiker bestand die institutionellen Prüfungen. Das Schicksal in der kommunistischen Gesellschaft bedeutete daher für die meisten bui – harte körperliche Arbeit auf Baustellen, bei Grabearbeiten für die Errichung der Prager U-Bahn oder in den Ställen und auf den Feldern der staatlichen Bauernhöfe oder Kooperativen.

Weder die Breite des semantischen Feldes noch der soziokulturelle Stellenwert des Wortes bui entspricht dem deutschen Wort "Arbeit", dem englischen Wort "work" oder dem tschechischen Wort "práce". Die Gadže-Wörter für "Arbeit" beinhalten in ihrem weitesten Sinn auch die Vorstellung von Arbeitsmoral und Fleiß. Schon in der noch agrarisch bestimmten europäischen Gesellschaft kam der Arbeit der höchste Stellenwert zu. In traditionellen Roma-Gesellschaften – wie auch in Indien – ehrten die Menschen hingegen vor allem jene Berufe, die nichts mit bui (körperlicher, mühevoller Arbeit) zu tun hatten: Sie schätzten das Spielen von Musik, Handel usw.

Andererseits respektierten die Roma stets auch ein anderes Prinzip, das die Kehrseite der seit langem vorherrschenden Ablehnung von bui darstellte und in vielen Redewendungen der Roma zum Ausdruck kommt: "Manuš dživel, dar pes del" ("Der Mensch lebt, wie er kann"), "Andre bida sa sikh¾oha" ("Not lehrt dich alles"), "Feder te tut marel bui, sar te tut marïahas bokh" ("Es ist besser, durch Arbeit zu leiden als an Hunger"), "Te na kereha bui, na chaha" ("Wenn du nicht arbeitest, wirst du auch nicht essen").
In Zeiten von Krisen, Arbeitslosigkeit oder gesellschaftlichen Umbrüchen, als die Roma ihre althergebrachten Roma-Berufe nicht ausüben konnten, gewöhnten sich viele Familien an jegliche Art von bui, die es ihnen erlaubte, zu überleben und die Kinder zu ernähren ("tel del le èhaven te chal"). Dadurch gewann auch körperliche Arbeit bzw. kontinuierliche Beschäftigung, die körperliche Arbeit beinhaltete, an Ansehen. Neue "Kasten" begannen sich herauszubilden: Klans – oder sogar Siedlungen – von so genannten buakere Roma (Roma, die körperliche Arbeit verrichten) wie zum Beispiel von Minenarbeitern (in Slovinky u Krompachù), Maurern oder Kalkbrennern usw. Das Ansehen von bui stieg umso mehr, je größer die materiellen Vorteile waren, die kontinuierliche Arbeit bzw. bui mit sich brachten.

Heute noch findet man in vielen Roma-Haushalten an den Wänden die Auszeichnungen für "vorbildliche Arbeiter sozialistischer Arbeit" ("vzorný pracovník socialistické práce"), Erinnerungen an "sozialistische Arbeitsbrigaden" etc. Einerseits bezeugen diese Auszeichnungen die Wertverschiebung von bui. Andererseits widerlegen sie das Vorurteil, dass Roma "faul" oder "Faulenzer" seien, denen "nicht nach Arbeit ist."

Leider wiederholt sich heutzutage, was den Roma im Laufe ihrer Geschichte immer wieder widerfahren ist: Sie hatten kaum begonnen, die unzähligen Barrieren zu überwinden und sich mit enormem Einsatz in die sozioökonomischen Strukturen der Mehrheitsgesellschaft zu integrieren ("Rom site šelvarbiš pes te mocinel, te kamel pre ajso than te avel sar gadžo."; "Ein Rom muss es 120-mal so hart versuchen, um denselben Platz zu haben wie ein Gadžo."), als stigmatisierten Randgruppen erneut ihr gerade erkämpfter Platz in der Gesellschaft genommen wurde. Und so waren wieder die Roma die Ersten, die durch die Wirtschaftsreformen im Zuge der "Ostöffnung" ihre bui (Arbeit/Arbeitsstellen) verloren, an die sie sich langsam gewöhnt und die sie auch allmählich zu schätzen begonnen hatten. [ Rassismus und Menschenrechte ]

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Re: Kovaèis (Kováøi) kova¾is TAMARY (Romski) charas

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