1417 bis 1526

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1417 bis 1526

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 11:51 pm

1417 bis 15261417-1423. König Sigismund von Ungarn garantiert auf Schloss Spis reisenden Roma sichere Passage.

1427. Hunderte von Roma kommen vor den Toren von Paris an. Die Stadt schickt sie in weniger als einem Monat weiter nach Pontoise.

1445. Prinz Vlad Dracul von Wallachia transportiert etwa 12.000 Personen , “die wie Ägypter aussahen”, für Sklavenarbeit von Bulgarien in seine Heimat.

1471. Die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze werden in Luzern, Schweiz, verabschiedet.
17.000 Roma werden von Stephan dem Großen für Sklavenarbeit nach Moldawien gebracht.

1472. Graf Friedrich von Rheinland-Pfalz bittet sein Volk, Roma-Pilgern zu helfen.

1476 und 1487. König Matthias der Slowakei garantiert reisenden Roma sichere Passage.

1482. Im Staat Brandenburg werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

1492 und 1496. König Vladislav der Slowakei garantiert reisenden Roma sichere Passage.

1492. In Spanien werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

1493. Roma werden aus der Stadt Mailand verwiesen.

1496-1498. Der Reichstag in Landau und Freiburg erklärt Roma zu Verrätern der christlichen Länder, Spionen im Dienste der Türken und Trägern der Pest.

1498. Vier Zigeuner begleiten Christopher Columbus auf seiner dritten Reise in die Neue Welt.

1500. Auf Bitte von Maximilian I. erklärt der Augsburger Reichstag Roma zu Verrätern der christlichen Länder und beschuldigt sie der Hexerei, Entführung von Kindern, und Räuberei.

ca. 1500. Gitano Einfluss auf den andalusischen flamenco Gesang und Tanz beginnt. Obwohl flamenco keine Gitano Erfindung ist, wird die Kunst des flamenco ab dem 19. Jahrhundert fest mit den Gitanos verbunden.

1501. Roma finden in amtlichen Aufzeichnungen in Russland Erwähnung.

1504. Roma wird von Louis XII. verboten, in Frankreich zu leben. Die Bestrafung ist Verbannung.

1505. Roma finden in amtlichen Aufzeichnungen in Schottland Erwähnung, sie kamen wahrscheinlich aus Spanien.

1510. Roma wird vom Großen Rat Frankreichs der Aufenthalt verboten. Die Strafe ist Verbannung. Ein zweiter Verstoß wird mit Erhängung bestraft.

1512. Roma werden am 29. September erstmals amtlich in Schweden erwähnt. Eine Gruppe von 30 Familien, angeführt durch einen „Graf Anthonius“, erreicht Stockholm an und behauptet, aus „Klein Ägypten“ zu kommen. Sie werden von der Stadt willkommen geheißen und erhalten Unterkunft und Geld für ihren Aufenthalt. Ein paar Jahre später verdächtigt König Gustav Vasa (1521-1560) die Roma der Spionage und befiehlt, sie aus dem Land zu jagen.
Roma werden aus Katalonien ausgewiesen.

1523. Prag gestattet offiziell den Aufenthalt von Nomaden. Das Willkommen hält nicht lange.

1525. Karl V. erlässt ein Edikt in Holland, das allen, die sich als Ägypter bezeichnen, befiehlt das Land innerhalb von zwei Tagen zu verlassen.

1526. In Holland und Portugal werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

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1526 bis 1562

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 11:52 pm

1526. In Holland und Portugal werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

1530. In England wird das erste Gesetz zur Ausweisung von Zigeunern eingeführt. Heinrich VIII. verbietet den Transport von Zigeunern nach England. Die Geldstrafe beträgt 40 Pfund für den Schiffsbesitzer oder Kapitän. Die Zigeuner-Passagiere werden durch Erhängung bestraft.

1531. Der Augsburger Reichstag verbietet die Ausstellung von Pässen für Roma.

1536. In Dänemark werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet

1538. In Portugal beginnt die Deportation von Roma in die Kolonien.

1539. Roma wird durch Franz I. der Aufenthalt in Frankreich untersagt. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird durch körperliche Züchtigung geahndet.

1540. In Schottland wird es Zigeunern erlaubt, unter ihren eigenen Gesetzen zu leben.

1541. In Prag werden die Roma für den Ausbruch mehrerer Feuer verantwortlich gemacht. Dies ist der Anfang für zukünftige Anti-Zigeuner-Gesetze. In Schottland werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

1547. Edward VI. von England verabschiedet ein Gesetz laut dem alle Zigeuner gefasst werden sollen, um sie „mit einem V’ auf ihrer Schulter zu brandmarken und dann für zwei Jahre zu versklaven“. Wenn Flüchtlinge gefangen werden, sollen sie ein S’ als Brandzeichen erhalten und lebenslang versklavt werden.
Andrew Boorde verfasst in England eine Enzyklopädie mit dem Titel The Fyrst Boke of the Introduction of Knowledge (Das erste Buch der Einführung von Wissen). Es enthält ein Kapitel über Roma, in dem sich einige der ersten schriftlichen Proben dieser Sprache finden.

1549. In Böhmen werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.

1554. Unter der Regentschaft von Philip und Maria wird ein Gesetz verabschiedet, laut dem jedem die Todesstrafe droht, der ein Zigeuner ist oder „zu den Gefährten oder der Gesellschaft von Zigeunern (Egyptians = Gypsies) gehören sollte“.

1557. In Litauen werden die ersten Anti-Zigeuner-Gesetze verabschiedet.
Unter der Regentschaft von Sigismund Augustus verabschiedet das Warschauer Parlament das erste Gesetz zur Ausweisung von Roma.

1559. Roma tauchen in den amtlichen Aufzeichnungen der finnischen Insel Åland auf.

1560. Der Erzbischof der schwedischen Lutheranischen Kirche verbietet seinen Priestern jeglichen Umgang mit Roma. Ihre Kinder dürfen nicht getauft und ihre Toten nicht kirchlich begraben werden. 1560 und andere. Die spanische Gesetzgebung verbietet Gitanos in Gruppen von mehr als zwei Leuten zu reisen. Gitano Kleidung wird verboten. Die Strafe für Tragen von Gitano Kleidung oder Reisen in Gruppen von mehr als zwei Personen beträgt bis zu 18 Jahre als Galeerensklave für alle, die älter als 14 Jahre sind. Dieses Gesetz wird später geändert, so dass die Strafe für alle Nomaden Tod lautet, und die Galeeren für angesiedelte Gitanos reserviert bleiben.

1561. Roma wird durch Karl IX. der Aufenthalt in Frankreich untersagt. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird durch körperliche Züchtigung und Galeerenhaft geahndet. Männern, Frauen und Kindern werden die Köpfe geschoren.

1562. In England wird ein Gesetz verabschiedet für “die weitere Bestrafung von Vagabunden, die sich selbst als Ägypter (Egypts = gypsies) bezeichnen.” Alle in England oder Wales geborenen Zigeuner werden nicht zum Verlassen des Landes gedrängt, wenn sie ihren müßigen und gottlosen Lebenswandel und Umgang beenden. Alle anderen sollen den Tod erleiden und all ihr Land und Gut verlieren.

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1562 bis 1647

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 11:53 pm

1562. In England wird ein Gesetz verabschiedet für “die weitere Bestrafung von Vagabunden, die sich selbst als Ägypter (Egypts = gypsies) bezeichnen.” Alle in England oder Wales geborenen Zigeuner werden nicht zum Verlassen des Landes gedrängt, wenn sie ihren müßigen und gottlosen Lebenswandel und Umgang beenden. Alle anderen sollen den Tod erleiden und all ihr Land und Gut verlieren.

1563. Der Rat von Trent in Rom bestätigt, dass Roma keine Priester werden können.

1568. Papst Pius V. befiehlt die Vertreibung aller Roma vom Gebiet der römisch-katholischen Kirche.

1573. In Schottland wird Zigeunern befohlen, entweder fest anzusiedeln oder das Land zu verlassen.

1578. Im Warschauer Generalparlament (dem Seym) verkündet König Stephan Báthory ein Edikt, das all jenen Sanktionen androht, die auf ihrem Land Roma beherbergen. Sie werden als Komplizen von Gesetzeslosen bestraft.

1579. Augustus, Kurfürst von Sachsen, befiehlt die Konfiszierung von Roma Pässen und verbannt sie aus Sachsen.
Zigeuner tauchen in den amtlichen Aufzeichnungen von Wales auf.
In Portugal wird das Tragen von Roma Kleidung verboten.

1580. Zigeuner tauchen in den amtlichen Aufzeichnungen auf dem finnischen Festland auf.

1586. Nomadische Roma werden aus Weißrussland ausgewiesen.

1589. In Dänemark wird für jeden Roma, der das Land nicht verlässt, die Todesstrafe verhängt.

1595. Stefan Razvan, der Sohn eines Roma-Sklaven und einer freien Frau, wird Herrscher von Moldawien im April. Vier Monate später wird er abgesetzt und im Dezember des selben Jahres ermordet.

1596. In der englischen Grafschaft York werden 106 Männer und Frauen zum Tode verurteilt, nur weil sie Roma sind. Es werden jedoch nur neun hingerichtet. Die anderen können beweisen, dass sie in England geboren wurden.
Frühes 17. Jahrhundert. Die spanische Gesetzgebung wird härter und verbietet Gitanos das Handeln mit Pferden. Der örtlichen Bevölkerung wird die Formierung bewaffneter Gruppen zu Verfolgung der Gitanos gestattet.

1606. Heinrich IV. von Frankreich verbietet Roma die Versammlung von mehr als drei oder vier Personen. Roma werden als „Vagabunden und Bösewichte“ bestraft.

1611. Die spanische Gesetzgebung befiehlt, dass alle Gitano Besitztümer mit dem Land verbunden sein müssen.

1619. Philip III. erklärt, dass alle Gitanos innerhalb von sechs Monaten aus dem Königreich Spanien verbannt werden sollen, oder sich in einer Ortschaft mit mehr als 1000 Einwohnern ansiedeln müssen. Die Kleidung, Sprache und Name der Gitanos wird verboten. Als Bestrafung droht der Tod.

1637. In Schweden wird das erste Anti-Zigeuner-Gesetz angewendet. Alle Roma sollen innerhalb eines Jahres des Landes verwiesen werden. Falls irgendwelche Roma nach diesem Datum in Schweden gefunden werden, sollen die Männer aufgehängt und die Frauen und Kinder aus dem Land getrieben werden.

1646. Eine Verordnung in Berne gibt jedermann das Recht, Roma oder heidnische Untäter “persönlich mit bastinado oder Feuerwaffe zu töten oder liquidieren“.

1647. Roma werden von der Regentschaft Ludwig XIV. bestraft, weil sie “Böhmer” sind. Als Bestrafung drohen die Galeeren.

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1647 bis 1714

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 11:57 pm

1647. Roma werden von der Regentschaft Ludwig XIV. bestraft, weil sie “Böhmer” sind. Als Bestrafung drohen die Galeeren.

1652. Matiasz Korolewicz wird von der Königlichen Polnischen Kanzlei der Titel “König der Zigeuner” zugesprochen.

1650s. Letzte bekannte Exekution von Zigeunern in Suffolk, England. Andere werden nach Amerika verbannt.

1660. Roma wird durch Ludwig XIV. der Aufenthalt in Frankreich untersagt. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird durch körperliche Züchtigung oder Galeerenhaft geahndet.

1660-1800. Die Identität der englischen Zigeunergruppe Romanichal hat sich etabliert. Sie überleben durch Arbeit für lokale Anwohner, die sie kennen.

1661. Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen, verhängt die Todesstrafe über jeden Roma, der auf seinem Territorium gefasst wird.

1666. Ludwig XIV. von Frankreich bestraft Männer als “Böhmer” mit Galeerenhaft. Frauen und Mädchen werden ausgepeitscht, gebrandmarkt und verbannt.

1682. Ludwig XIV. wiederholt seine Politik zur Bestrafung von „Böhmern“. Männer werden beim ersten Vergehen zu Galeerenhaft auf Lebenszeit verurteilt. Frauen wird der Kopf geschoren und Kinder kommen ins Armenhaus. Bei einem zweiten Vergehen werden Frauen gebrandmarkt und verbannt.

1685. Portugal deportiert Roma nach Brasilien und macht es zu einem Verbrechen, Romani zu sprechen.

1686. Frederick Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, verfügt, dass Roma weder Handel noch Unterkunft gestattet werden darf.
In der Einstellung der schwedischen Lutheranischen Kirche kommt es zu einer plötzlichen und radikalen Änderung: Roma werden nun akzeptiert und ihre Kinder können getauft werden.

1700-16 und 1720-22. In Lorraine werden Roma für Betteln und Vagabundieren im Allgemeinen bestraft. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird mit Eisenketten, Brandmarkung und Verbannung geahndet.

1710. In Prag erlässt Joseph I. ein Edikt, laut dem alle erwachsenen Roma Männer ohne Prozess gehängt und alle Jungen und Frauen verstümmelt werden sollen. In Böhmen soll das linke Ohr abgeschnitten werden. In Moravia das rechte. Unterbringung oder jede andere Hilfe für Roma wird mit bis zu sechs Monaten Zwangsarbeit bestraft.
Prinz Adolf Frederick von Mecklenburg-Strelitz erlässt einen Befehl, dass alle Roma ausgepeitscht, gebrandmarkt, ausgestoßen oder exekutiert werden können, falls sie zurückkehren. Kinder unter zehn Jahren sollen von ihren Eltern entfernt und durch christliche Familien erzogen werden.

1711. Kurfürst Frederick Augustus I. von Sachsen autorisiert die Erschießung von Roma, wenn sie sich ihrer Verhaftung widersetzen.

1711-1772. Cinka Panna ist einer der populärsten Musiker in der Slowakei und Osteuropa. Sie ist eine meisterhafte Violinistin und geht mit ihrem eigenen Romani Ensemble auf Tour.

1714. Britische Kaufleute und Pflanzer beantragen beim britischen Staatsrat die Verschiffung von Zigeunern in die Karibik und geben offen zu, dass diese als Sklaven eingesetzt werden sollen.
In Mainz sollen alle Roma ohne Prozess hingerichtet werden mit der Begründung, dass ihre Lebensart für gesetzlos erklärt wurde. Romani Musikgruppen bereisen den Österreich-ungarischen Hof Esterháza. Sie spielen verbunkos und begleiten den Tanz von Soldaten, um bei den Rekrutierungsmaßnahmen für die Militäroperationen von Nicolas dem Prächtigen zu helfen.

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1714 bis 1745

Komentar  Admin on Sun Mar 30, 2008 11:58 pm

1714. Britische Kaufleute und Pflanzer beantragen beim britischen Staatsrat die Verschiffung von Zigeunern in die Karibik und geben offen zu, dass diese als Sklaven eingesetzt werden sollen.
In Mainz sollen alle Roma ohne Prozess hingerichtet werden mit der Begründung, dass ihre Lebensart für gesetzlos erklärt wurde. Romani Musikgruppen bereisen den Österreich-ungarischen Hof Esterháza. Sie spielen verbunkos und begleiten den Tanz von Soldaten, um bei den Rekrutierungsmaßnahmen für die Militäroperationen von Nicolas dem Prächtigen zu helfen.

1715. In schottischen Aufzeichnungen tauchen zehn Zigeuner auf, die nach Virginia in Amerika deportiert wurden.

1717. In Spanien werden 41 Örtlichkeiten als Wohnorte für Gitanos festgelegt.

1719 und andere Jahre. In Frankreich wird die Strafe dafür, ein Roma zu sein, von Galeerenhaft in Deportation in die französischen Kolonien umgewandelt.

1721. Kaiser Karl VI. von Österreich-Ungarn befiehlt die Auslöschung der Roma in seinem gesamten Territorium.

1723. In Lorraine wird Roma der Aufenthalt als auch die Versammlung in Wäldern oder auf Hauptstraßen verboten. Die Strafe lautet Verbannung. Die Gemeinden werden aufgefordert, sich „zu sammeln, in Formation zu marschieren und das Feuer auf sie zu eröffnen“.

1724. Allen Vagabunden und Wanderern wird durch Ludwig XV. Von Frankreich der Aufenthalt, das Nomadentum und die Versammlung von mehr als vier Erwachsenen in einem Haus verboten. Männer werden mit fünf Jahren auf den Galeeren bestraft. Alle anderen werden ausgepeitscht und ins Armenhaus geschickt.

1725. Frederick Wilhelm I. verurteilt alle Roma über achtzehn Jahre, Männer oder Frauen, die auf seinem Territorium gefasst werden zur Erhängung ohne Prozess.

1726. Gitanos in Spanien wird das Einspruchsrecht gegen Gerichtsurteile verwehrt.
Karl VI. erlässt ein Gesetz, laut dem jeder Rom, der in seinem Land gefunden wird, sofort getötet werden soll. Romani Frauen und Kinder sollen die Ohren abgeschnitten werden, bevor man sie den gesamten Weg bis zur Grenze peitscht.

1727. Der Berner Erlass Nr. 13 wiederholt das Aufenthaltsverbot für Roma. “Zigeuner-Männern und -Frauen, die älter als 15 Jahre sind, soll ein Ohr abgeschnitten werden, wenn sie das erste Mal gefasst werden … aber wenn sie ein zweites Mal gefasst werden, sollen sie zum Tode verurteilt werden.”

1728. Der Stadtrat von Aachen erlässt eine Verordnung, die Roma zum Tode verurteilt. “Gefangene Zigeuner, ob sie sich wehren oder nicht, sollen auf der Stelle getötet werden. Allerdings soll denjenigen, die nicht zu einem Gegenangriff ansetzen, nicht mehr als eine halbe Stunde gewährt werden, um niederzuknien und, wenn sie es wünschen, den allmächtigen Herrgott um Vergebung ihrer Sünden zu bitten und sich auf den Tod vorzubereiten.”

1733. Kaiserin Anna Ioannovna von Russland bestimmt, dass es Roma verboten ist zu reisen und sie sich fest ansiedeln müssen als Leibeigene des Landes.

1734. Frederick Wilhelm I. verurteilt alle Roma, Männer oder Frauen, die auf seinem Territorium gefasst werden zur Erhängung ohne Prozess. Eine Belohnung wird ausgesetzt.

1740. Die Schlossergilde in Miskolc/Ungarn beantragt erfolgreich ein Verbot für Roma, jedwede Metallarbeiten außerhalb ihrer Zelte durchzuführen. Karl VI. erlässt ein Edikt das jeden bestraft, der bei Hilfestellungen für Roma erwischt wird.

1745. Gitanos in Spanien müssen innerhalb von zwei Wochen an festgelegten Orten ansiedeln. Die Strafe für Nichtbefolgung lautet Exekution. “Es ist legal, auf sie zu feuern um ihr Leben zu nehmen.” Die Kirchen bieten nicht länger Asyl an. Bewaffneten Truppen wird befohlen, die Ländereien zu durchkämmen.

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1745 bis 1782

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:00 am

1745. Gitanos in Spanien müssen innerhalb von zwei Wochen an festgelegten Orten ansiedeln. Die Strafe für Nichtbefolgung lautet Exekution. “Es ist legal, auf sie zu feuern um ihr Leben zu nehmen.” Die Kirchen bieten nicht länger Asyl an. Bewaffneten Truppen wird befohlen, die Ländereien zu durchkämmen.

1748. Alle schwedischen Gesetze, die Zigeuner betreffen, werden in ein Gesetz integriert, um weitere Immigration zu vermeiden und alle Roma zur Ansiedlung zu zwingen.

1749. Das Jahr der “großen Zigeuner-Zusammentreibung” in Spanien. Gitanos werden in “die Schlechten und die Guten” aufgeteilt aufgrund von Befragungen und Zeugenberichten. Für die “Schlechten” ist die Bestrafung öffentliche Zwangsarbeit. Flüchtige werden erhängt. Mutterlose Mädchen werden ins Armenhaus geschickt oder in den Dienst von “ehrlichen” Familien. Ältere Mädchen und Ehefrauen von verurteilten Männern mit Kindern unter sieben Jahre werden “in christlicher Lehre und der heiligen Furcht vor Gott” erzogen und in Fabriken geschickt.

1753-54. Stephan Valyi, ein ungarischer Student an der Universität von Leyden, entdeckt die Panjabi Wurzeln der Romani-Sprache durch den Vergleich von 1000 Wörtern gesprochen von drei Studenten aus Malabar mit den Roma aus Raab nahe seiner Heimatstadt.

1759. Roma werden aus St. Petersburg, Russland, verbannt.

1761. Maria Theresa, Kaiserin von Ungarn, erlässt die ersten Gesetze in Europa zur Ansiedlung und Reformierung, oder Assimilierung, von Roma, die als “neue Ungarn” bezeichnet werden.

1763. Im Österreich-ungarischen Kaiserreich bringt Székely von Doba die Entdeckungen von Pastor Stephan Valyi über die indischen Ursprünge der Roma in der Ausgabe der Wiener Zeitung vom 6. November erstmals ans Licht der akademischen Öffentlichkeit.

1764. Allen Vagabunden und Wanderern wird in Frankreich erneut gesetzlich der Aufenthalt verboten. Erwachsene Männer werden zu drei Jahren Galeerenhaft verurteilt. Alle anderen werden für drei Jahre ins Armenhaus gesteckt, bevor man ihnen die Möglichkeit einer festen Behausung und Handwerks gibt. Wiederholte Vergehen von Männern werden mit neun Jahren auf den Galeeren bestraft, und vermehrte Vergehen mit lebenslanger Haft.

1764-1827. János Bihari, ein Rom Komponist und Kapellmeister, macht “ungarische Tanzmusik” populär.

1773. Im Dezember befiehlt Maria Theresa, Kaiserin von Ungarn, dass alle Romani Kinder in der Pfalz von Pressburg und in Fahlendorf ihren Eltern genommen werden. Sie werden in ein weit entferntes Dorf gebracht und an Bauern für ein Jahresgehalt von 12-18 Gulden vergeben. Die meisten Kinder rennen davon und zurück zu ihren Familien, die in die Berge flüchten oder in der Prärie verschwinden.

1776. Constantin, Prinz von Moldawien, verbietet Ehen mit Roma.

1780. Englische Anti-Zigeuner-Gesetze werden von diesem Datum an schrittweise, aber nicht vollständig aufgehoben.

1782. Joseph II. von Ungarn, Sohn von Kaiserin Maria Theresa, erlässt ein Edikt mit 59 Punkten, in dem er seine Politik wiederholt: Unterricht für Kinder und obligatorischer Besuch von heiligen Messen; Romani Sprache, Kleidung und Musik sind verboten. In Ungarn werden 200 Roma des Kannibalismus beschuldigt und angeklagt.

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1782 bis 1848

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:01 am

1782. Joseph II. von Ungarn, Sohn von Kaiserin Maria Theresa, erlässt ein Edikt mit 59 Punkten, in dem er seine Politik wiederholt: Unterricht für Kinder und obligatorischer Besuch von heiligen Messen; Romani Sprache, Kleidung und Musik sind verboten. In Ungarn werden 200 Roma des Kannibalismus beschuldigt und angeklagt.

1783. Die spanische Gesetzgebung wiederholt frühere Befehle. Gitano Kleidung, Lebensart und Sprache sind verboten, und Ansiedlung ist obligatorisch innerhalb von neunzig Tagen. Der Name Gitano wird verboten und muss von allen offiziellen Dokumenten entfernt werden. Restriktionen für Handwerk und Aufenthaltsort von Gitanos werden erleichtert. Nichtbefolgung der Restriktionen wird mit Brandmarkung bestraft. Wiederholungstäter werden “zum Tode, ohne Einspruch” verurteilt.
Heinrich Grellmann von der Universität Göttingen schreibt Die Zigeuner. Mit Bezug auf die Arbeiten vorheriger Autoren bezeichnet er Indien als ursprüngliches Heimatland der Zigeuner aufgrund ihrer Sprache.
Spätes 18. Jahrhundert. Graf Orlov von Russland organisiert den ersten Romani Chor, geleitet von Ivan Sokolov. Die Chormitglieder werden aus seinen Romani Leibeigenen ausgewählt. Frühes 19. Jahrhundert. Zigeunerjagden, sog. Heidenjachten, sind ein verbreiteter und populärer Sport in Deutschland.

1802. Der Präfekt des Départment Basses Pyrenees in Frankreich erlässt einen Befehl, “das Land von Zigeunern zu reinigen.”

1803. Napoleon Bonaparte verbietet den Aufenthalt von Roma in Frankreich. Kinder, Frauen und Alte werden ins Armenhaus gesteckt. Junge Männer wird die Wahl gelassen, zur Armee oder zur Marine zu gehen. Erwachsene Männer werden zur Zwangsarbeit geschickt.

1807. Graf Orlov von Russland lässt die Künstler seines Romani Chors frei und sie werden der erste professionelle Chor Russlands. Zur Gruppe gehört die berühmte Stepanida Soldatova.

1811. Trinity Cooper, ein 13jähriges Zigeunermädchen, verlangt für sich und ihre zwei Brüder den Zutritt zu einer Wohlfahrtsschule für Straßenkinder in Clapham, nahe London. Sie werden schließlich zugelassen.

1816. John Hoyland, ein Quäker, schreibt das erste ernsthafte Buch, das eine bessere Behandlung der Zigeuner in England verlangt. Es folgen diverse Wohlfahrtsprojekte; aber viele Zigeuner werden als Kriminelle nach Australien deportiert.

1822. Im Vereinigten Königreich wird der Turnpike Act eingeführt. Zigeunern, die am Straßenrand campieren, wird eine Geldstrafe auferlegt.

1830er Jahre. Die ersten Holzplanwagen mit Pferdegespann für Zigeuner werden in England entwickelt.

1830. Behörden in Nordhausen, Deutschland, entfernen Roma Kinder von ihren Familien um sie zusammen mit Nicht-Romakindern in Pflegeheime zu stecken.

1834. Der Gouverneur von Wallachia, Alexander Ghica, befreit alle staatlichen Sklaven.

1837. George Borrow übersetzt das Lukas-Evangelium in Romani.

1842. Mikhail Sturdza, der hospodar von Moldawien, befreit alle staatlichen Sklaven; allerdings ist der Privatbesitz von Romani Sklaven in Wallachia und Moldawien immer noch erlaubt.

1844. Die moldawische Kirche befreit ihre Romani Sklaven.

1847. Die wallachsche Kirche befreit ihre Romani Sklaven.'

1848. Freilassung von Leibeigenen (einschließlich Roma) in Transsylvanien.

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1782 bis 1848

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:04 am

1782. Joseph II. von Ungarn, Sohn von Kaiserin Maria Theresa, erlässt ein Edikt mit 59 Punkten, in dem er seine Politik wiederholt: Unterricht für Kinder und obligatorischer Besuch von heiligen Messen; Romani Sprache, Kleidung und Musik sind verboten. In Ungarn werden 200 Roma des Kannibalismus beschuldigt und angeklagt.

1783. Die spanische Gesetzgebung wiederholt frühere Befehle. Gitano Kleidung, Lebensart und Sprache sind verboten, und Ansiedlung ist obligatorisch innerhalb von neunzig Tagen. Der Name Gitano wird verboten und muss von allen offiziellen Dokumenten entfernt werden. Restriktionen für Handwerk und Aufenthaltsort von Gitanos werden erleichtert. Nichtbefolgung der Restriktionen wird mit Brandmarkung bestraft. Wiederholungstäter werden “zum Tode, ohne Einspruch” verurteilt.
Heinrich Grellmann von der Universität Göttingen schreibt Die Zigeuner. Mit Bezug auf die Arbeiten vorheriger Autoren bezeichnet er Indien als ursprüngliches Heimatland der Zigeuner aufgrund ihrer Sprache.
Spätes 18. Jahrhundert. Graf Orlov von Russland organisiert den ersten Romani Chor, geleitet von Ivan Sokolov. Die Chormitglieder werden aus seinen Romani Leibeigenen ausgewählt. Frühes 19. Jahrhundert. Zigeunerjagden, sog. Heidenjachten, sind ein verbreiteter und populärer Sport in Deutschland.

1802. Der Präfekt des Départment Basses Pyrenees in Frankreich erlässt einen Befehl, “das Land von Zigeunern zu reinigen.”

1803. Napoleon Bonaparte verbietet den Aufenthalt von Roma in Frankreich. Kinder, Frauen und Alte werden ins Armenhaus gesteckt. Junge Männer wird die Wahl gelassen, zur Armee oder zur Marine zu gehen. Erwachsene Männer werden zur Zwangsarbeit geschickt.

1807. Graf Orlov von Russland lässt die Künstler seines Romani Chors frei und sie werden der erste professionelle Chor Russlands. Zur Gruppe gehört die berühmte Stepanida Soldatova.

1811. Trinity Cooper, ein 13jähriges Zigeunermädchen, verlangt für sich und ihre zwei Brüder den Zutritt zu einer Wohlfahrtsschule für Straßenkinder in Clapham, nahe London. Sie werden schließlich zugelassen.

1816. John Hoyland, ein Quäker, schreibt das erste ernsthafte Buch, das eine bessere Behandlung der Zigeuner in England verlangt. Es folgen diverse Wohlfahrtsprojekte; aber viele Zigeuner werden als Kriminelle nach Australien deportiert.

1822. Im Vereinigten Königreich wird der Turnpike Act eingeführt. Zigeunern, die am Straßenrand campieren, wird eine Geldstrafe auferlegt.

1830er Jahre. Die ersten Holzplanwagen mit Pferdegespann für Zigeuner werden in England entwickelt.

1830. Behörden in Nordhausen, Deutschland, entfernen Roma Kinder von ihren Familien um sie zusammen mit Nicht-Romakindern in Pflegeheime zu stecken.

1834. Der Gouverneur von Wallachia, Alexander Ghica, befreit alle staatlichen Sklaven.

1837. George Borrow übersetzt das Lukas-Evangelium in Romani.

1842. Mikhail Sturdza, der hospodar von Moldawien, befreit alle staatlichen Sklaven; allerdings ist der Privatbesitz von Romani Sklaven in Wallachia und Moldawien immer noch erlaubt.

1844. Die moldawische Kirche befreit ihre Romani Sklaven.

1847. Die wallachsche Kirche befreit ihre Romani Sklaven.'

1848. Freilassung von Leibeigenen (einschließlich Roma) in Transsylvanien

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1848 bis 1885

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:08 am

1848. Freilassung von Leibeigenen (einschließlich Roma) in Transsylvanien.

1855. Gobineau veröffentlicht sein Buch « Essai sur l'inégalité des races humaines ». Dieses argumentiert, dass die Menschheit in höhere und niedere Rassen zerfällt, mit der weißen “arischen” Rasse, und speziell den nordischen Völkern, an der Spitze. Dies hatte besonderen Einfluss auf deutsches philosophisches und politisches Denken. Eine Verordnung im Herzogtum Baden warnt die Einwohner, dass “in der letzten Zeit Zigeuner, vor allem aus Alsace, ständig mit ihren Familien kreuz und quer durchs Land reisen, vorgeblich um Handel zu treiben, aber meistens um zu betteln und anderen illegalen Aktivitäten nachzugehen.”

1856. Die Slobuzenja. Abschaffung der Sklaverei in Rumänien, massenhafte Emigrationen von Roma nach Westeuropa und Amerika setzen ein.

1864. In den vereinigten Balkan-Staaten wird Roma durch Prinz Ioan Alexandru Couza komplette rechtliche Freiheit gewährt.

1868. In Holland verwendet Richard Liebich in seiner Arbeit über Roma erstmals die Bezeichnung “lebensunwürdiges Leben” mit spezifischem Bezug auf sie. Später wird die Bezeichnung als rassische Kategorie gegen Roma im Nazi-Deutschland verwendet.

1870. Reichskanzler Otto von Bismarck verbreitet einen Brief, datiert vom 18. November, in dem er “das vollständige Verbot aller fremden Zigeuner, welche die deutsche Grenze überqueren” verlangt, und dass “sie auf schnellstem Wege in ihr Ursprungsland zurückgebracht werden”. Er sagt außerdem, dass Roma in Deutschland dokumentarischen Beweis ihrer Staatsangehörigkeit vorlegen müssen, und falls dieser nicht vorgezeigt wird, sollen ihnen Reisepässe verwehrt bleiben.

1874. Im Ottomanischen Kaiserreich werden muslimischen Roma dieselben Rechte wie anderen Muslimen eingeräumt.

1876. Cesare Lombroso veröffentlicht seine einflussreiche Arbeit L'uomo deliquente, die ein ausführliches Kapitel über den genetischen kriminellen Charakter der Roma enthält. Die Arbeit wird in viele Sprachen übersetzt, einschließlich deutsch und englisch, und hat tiefschürfenden Einfluss auf westliche Gesetzesmentalität.
In Bayern wird eine Verordnung erlassen, welche die strikte Kontrolle von Dokumenten im Besitz von Roma verlangt, sowohl an der Grenze als auch im Inland, und die Konfiszierung ihrer Arbeitserlaubnis beim geringsten möglichen Grund vorschreibt. Auch ihre Pferde sollen kontrolliert und konfisziert werden, falls sie als ungesund eingestuft werden. Die Bewegungen jener Zigeuner, denen der weitere Aufenthalt genehmigt wird, sollen genau beobachtet werden.

1879. Eine nationale Konferenz der Roma versammelt sich in Kisfalu, Ungarn.
In Serbien wird Nomadentum verboten.

1880er Jahre. Eine landwirtschaftliche Krise in England stürzt viele Zigeuner in Armut, die deshalb in Siedlungsgebiete in der Nähe von Städten ziehen. Argentinien verbietet Roma das Betreten des Landes.

1884. Dr. Sonya Kavalevsky, eine Roma, wird an der Universität Stockholm als Professorin für Mathematik eingesetzt, womit sie zur ersten Professorin in Skandinavien wird.

1885-95. Erfolglose Versuche im englischen Parlament, Gesetze über Bewegliche Wohnsitze einzuführen, um das Leben von Zigeunern zu regulieren.

1885. Roma werden von der Immigrationspolitik der Vereinigten Staaten ausgeschlossen; viele werden zurück nach Europa geschickt.

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1885 bis 1906

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:09 am

1885. Roma werden von der Immigrationspolitik der Vereinigten Staaten ausgeschlossen; viele werden zurück nach Europa geschickt.

1886. Kanzler von Bismarck veröffentlicht eine Direktive für alle Regierungen der deutschen Bundesländer, in der er sie auf die „Beschwerden über das von durchs Reich reisenden Zigeunerbanden verursachte Unheil, und ihre zunehmende Belästigung der Bevölkerung“ hinweist. Er verlangt, dass man sich gerade fremden Roma im Speziellen widmen solle. Dies führt zu zahlreichen regionalen Gesetzgebungen zur Deportation von nicht in Deutschland geborenen Roma. In Bulgarien wird Nomadentum verboten.

1889. Die Gilde der Schausteller formiert sich, um gegen die Gesetze über Bewegliche Wohnsitze zu protestieren. Die Schausteller werden zusehends als eigenständige Gruppe abseits von anderen Reisenden und Zigeunern wahrgenommen.

1890. Das schwäbische Parlament organisiert eine Konferenz über das Zigeunergeschmeiß und empfiehlt Methoden, wie die Anwesenheit von Roma durch das Läuten der Kirchenglocken von einem Dorf zum nächsten signalisiert werden kann. Das Militär wird befugt, Roma zu ergreifen und zum Weiterziehen zu zwingen.

1899. Unter der Leitung von Alfred Dillmann entsteht in München ein Informationsbüro, der Nachrichtendienst in Bezug auf die Zigeuner, zur zentralen Sammlung von Berichten über Roma- Bewegungen in allen deutschen Ländern und zur Anlegung einer Kartei aller Zigeuner, die älter als sechs Jahre sind. Hierzu gehört die Beschaffung von Fotos, Fingerabdrücken und anderen genealogischen Daten, und speziell allen Informationen bezüglich „Kriminalität“. Zwei Initiativen sind die Folge: Dillmanns Zigeuner-Buch (1905), und die Konferenz vom Dezember 1911. Das Informationsbüro wird erst 1970 offiziell geschlossen.

1904. Der preußische Landtag nimmt einstimmig einen Antrag zur Regulierung von Zigeuner-Bewegungen und ihren Lebenshaltungsmethoden an.

1905. Alfred Dillmanns Zigeuner-Buch erscheint in Deutschland. Es besteht aus drei Teilen: Eine Einführung, welche die Argumente zur Kontrolle der Roma darlegt; eine 310 Seiten lange Kartei mit über 5000 Roma, inklusive Name, Geburtstag und –ort, Stammbaum und Verwandtschaft, Vorstrafen etc.; und schließlich eine Fotosammlung von Roma und Sinti aus verschiedenen Polizeiakten. Die Einführung behauptet, dass das deutsche Volk unter einer „Plage“ von Roma „leidet“, dass sie „eine Pest“ seien, „gegen die sich die Gesellschaft unermüdlich wehren muss“, und dass sie „von der Polizei strengstens kontrolliert“ und wenn nötig „rücksichtslos bestraft“ werden müssen. Die Vorstellung der besonderen Gefahr von Romani-weißen Mischlingen, aus denen sich Dillmanns Auffassung nach fast die gesamte Roma-Bevölkerung zusammensetzt, taucht schließlich in den Nürnberger Gesetzen von 1935 wieder auf. Diese rassisch-bedingten Bemerkungen stützen auch die Behauptung des Zigeuner-Buchs, dass die Roma eine genetische Tendenz hin zu kriminellem Verhalten hätten.
Auf einer Konferenz in Sofia, Bulgarien, wird das Wahlrecht für Roma gefordert.

1906. Am 17. Februar erlässt der preußische Innenminister eine Direktive mit dem Titel Die Bekämpfung des Zigeunerunwesens, die eine Liste bilateraler Abkommen mit Ländern enthält, die bei der Vertreibung von Roma zusammenarbeiten wollen, namentlich das Kaiserreich Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Russland und die Schweiz. Die Polizei ist befugt, Roma für Gesetzesbrüche zu verfolgen, zu denen „Feuermachen in Wäldern, illegales Fischen, illegales Kampieren“ und ähnliches gehören. Der temporäre Schulbesuch von Kindern, deren Eltern sich auf der Durchreise durch ein Gebiet befinden, wird verboten.
Preußen führt “Zigeunerlizenzen” ein, die von allen benötigt werden, die dort bleiben wollen. Die Lizenzen werden nur ausgegeben, wenn der Antragsteller einen festen Wohnsitz, keine ernsthaften Vorstrafen, ein ordentliches Steuerkonto und eine Ausbildungsversorgung für seine Kinder vorweisen kann. Den Zugelassenen wird jedoch trotzdem nicht gestattet, sich örtlich anzusiedeln.

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1906 bis 1920

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:10 am

1906. Am 17. Februar erlässt der preußische Innenminister eine Direktive mit dem Titel Die Bekämpfung des Zigeunerunwesens, die eine Liste bilateraler Abkommen mit Ländern enthält, die bei der Vertreibung von Roma zusammenarbeiten wollen, namentlich das Kaiserreich Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Russland und die Schweiz. Die Polizei ist befugt, Roma für Gesetzesbrüche zu verfolgen, zu denen „Feuermachen in Wäldern, illegales Fischen, illegales Kampieren“ und ähnliches gehören. Der temporäre Schulbesuch von Kindern, deren Eltern sich auf der Durchreise durch ein Gebiet befinden, wird verboten.
Preußen führt “Zigeunerlizenzen” ein, die von allen benötigt werden, die dort bleiben wollen. Die Lizenzen werden nur ausgegeben, wenn der Antragsteller einen festen Wohnsitz, keine ernsthaften Vorstrafen, ein ordentliches Steuerkonto und eine Ausbildungsversorgung für seine Kinder vorweisen kann. Den Zugelassenen wird jedoch trotzdem nicht gestattet, sich örtlich anzusiedeln.

1907. Viele Roma verlassen Deutschland in Richtung anderer Länder Westeuropas.
Django Reinhardt, ein berühmter Jazz/Blues-Gitarrist, wird in Ouchie, Belgien, geboren.

1908. Der Children’s Act führt den obligatorischen Schulbesuch für reisende Zigeunerkinder in England ein, jedoch nur für die Hälfte des Jahres. Dies wird 1944 fortgesetzt im Education Act, aber viele Zigeunerkinder genießen nach wie vor keine Schulbildung.

1909. Die Schweiz bittet Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich um Informationsaustausch bezüglich der Bewegungen von Roma über ihre geteilten Grenzen. Während dieses Anliegen scheitert, beginnt das schweizerische Justizministerium mit einer nationalen Roma-Kartei nach dem Münchener Modell. Empfehlungen einer “Zigeunerpolitik-Konferenz” in Ungarn beinhalten die Konfiszierung ihrer Tiere und Wagen, sowie die permanente Brandmarkung aus Gründen der Identifizierung.

1912. Die französische Regierung führt das carnet anthropométrique ein, ein Dokument mit persönlichen Daten, inklusive Foto und Fingerabdrücke, das alle Roma mit sich führen müssen. Dies bleibt geltendes Gesetz bis 1970.

1914. Ein neues Gesetz verbietet jede weitere Immigration von Roma nach Schweden. Es erweist sich als sehr effizient und Roma in Schweden werden von ihren Verwandten in anderen europäischen Ländern isoliert. Das Gesetz behält seine Gültigkeit bis 1954. Im selben Zeitraum existieren ähnliche Gesetze in Norwegen und Dänemark. Norwegen gewährt etwa dreißig Roma die norwegische Staatsangehörigkeit.

1918. In Holland führt das Caravan- und Hausboot-Gesetz Kontrollen über die Bewegungen von Nomaden ein.

1919. Artikel 108 der Weimarer Verfassung garantiert Roma und Sinti volle und gleichwertige Bürgerrechte, doch diese werden nicht beachtet. In Bulgarien wird die Romani Organisation Istiqbal (Zukunft) gegründet.

1920. Am 27. Juli verbietet der Minister für Öffentliche Wohlfahrt in Düsseldorf allen Roma und Sinti das Betreten öffentlicher Wasch- und Erholungseinrichtungen (Schwimmbäder, Badehäuser, Parks, etc.). In Deutschland argumentieren der Psychiater Karl Binding und der Magistrat Alfred Hoche für die Tötung von „Ballastexistenzen“, solchen Individuen, die nur eine Belastung für die gesamte Menschheit darstellen; hierzu zählen sie Roma. Das Konzept von „lebensunwürdigem Leben“ wird 1933 zum Kern der Nazi-Rassenpolitik, als am 14. Juli jenes Jahres ein Gesetz mit eben dieser Bezeichnung von Adolf Hitler eingeführt wird.

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1920 bis 1931

Komentar  Admin on Mon Mar 31, 2008 12:12 am

1920. Am 27. Juli verbietet der Minister für Öffentliche Wohlfahrt in Düsseldorf allen Roma und Sinti das Betreten öffentlicher Wasch- und Erholungseinrichtungen (Schwimmbäder, Badehäuser, Parks, etc.). In Deutschland argumentieren der Psychiater Karl Binding und der Magistrat Alfred Hoche für die Tötung von „Ballastexistenzen“, solchen Individuen, die nur eine Belastung für die gesamte Menschheit darstellen; hierzu zählen sie Roma. Das Konzept von „lebensunwürdigem Leben“ wird 1933 zum Kern der Nazi-Rassenpolitik, als am 14. Juli jenes Jahres ein Gesetz mit eben dieser Bezeichnung von Adolf Hitler eingeführt wird.

1921. Die neue tschechoslowakische Republik erkennt Roma als eigenständige “Nationalität” an. Diese Gesetzgebung wird später zurückgezogen.

1922. In Baden werden Auflagen eingeführt, laut denen von allen Roma und Sinti Fotos und Fingerabdrücke archiviert werden müssen. Weiterhin müssen sie ständig vollständige Dokumente mit sich tragen.

1923. In Bulgarien beginnt die Romani Zeitschrift Istiqbal (Zukunft) ihre Veröffentlichung.

1924. In der Slowakei wird eine Gruppe Roma wegen Kannibalismus angeklagt. Sie werden freigesprochen.

1925. Die Sowjetische Romani Autorenvereinigung wird in der Sowjetunion gegründet, dann unterdrückt.
Bei einer Konferenz über die Zigeunerfrage schlägt Bayern ein Gesetz zur Zwangsansiedlung von Roma und Sinti vor, sowie die Einkerkerung von jenen, die nicht regelmäßig arbeiten (bezeichnet als „arbeitsscheu“), in Arbeitslagern für bis zu zwei Jahren, aus Gründen der „öffentlichen Sicherheit“. Dies betrifft ebenso angesiedelte wie nicht-sesshafte Roma.

1926. Die Schweizer Vereinigung Pro Juventute beginnt, “eingedenk der Theorien von Eugenik und Fortschritt”, Romakinder ohne Einwilligung von ihren Eltern zu entfernen, ihre Namen zu ändern und sie in Waisenhäuser zu stecken. Das Programm wird bis 1973 fortgesetzt und wird nicht bekannt bis in die 1980er Jahre. Die Schweiz hat sich bei den Roma entschuldigt, lehnt es jedoch rigoros ab, ihnen Zugang zu den Akten zu gewähren, damit sie die ihnen geraubten Kinder wieder finden können.
Am 16. Juli wird das bayrische “Gesetz zum Kampf gegen Zigeuner, Vagabunden und Faulenzer“, das bei der Konferenz 1925 vorgeschlagen wurde, verabschiedet. Es wird in der legislativen Versammlung wie folgt gerechtfertigt: „[Zigeuner] widersetzen sich von Natur aus jeder Form von Arbeit, und finden es besonders schwierig, jede Einschränkung ihres nomadischen Lebens zu tolerieren; nichts trifft sie daher härter als der Verlust ihrer Freiheit, verbunden mit Zwangsarbeit“. Das Gesetz verlangt die Registrierung aller Roma und Sinti, ob angesiedelt oder nicht, durch die Polizei, das Einwohnermeldeamt und das Arbeitsamt in jedem Bezirk. Der bayrische Staatskanzler Hermann Reich lobt „die Umsetzung des Zigeunergesetzes .... Dieses Gesetz gibt der Polizei den rechtlichen Rückhalt den sie braucht für hartes Durchgreifen gegen diese ständige Gefahr der Sicherheit unserer Nation.“

1927. Steve Kaslov gründet in den USA die Roma Red Dress Association; er trifft Präsident Franklin Roosevelt, um für Unterstützung der Romani Rechte zu werben.
In der Tschechoslowakei verbietet Gesetz Nr. 117 Romani Nomadentum und verbietet Nomaden, „das Leben von Zigeunern“ zu leben. Roma Identitätskarten werden eingeführt. Kinder unter 14 Jahre können von ihren Familien entfernt und Erziehungsheimen oder respektablen Familien übergeben werden.
R.L. Turner beweist, dass die Phonetik der Romani Sprache früher mit der zentralen Gruppe von Hindi Sprachen in Indien verbunden war.
Am 3. November wird ein preußisches Ministerialdekret erlassen, laut dem alle Roma auf die selbe Weise dokumentarisch registriert werden müssen wie „Individuen, die steckbrieflich gesucht werden, mit Zeugen, Fotos und Fingerabdrücken“. Kleinkindern werden die Fingerabdrücke abgenommen, Kinder über sechs Jahre müssen bereits Identitätskarten mit ihrem Foto tragen. Zwischen dem 23. und 26. November führt die Polizei in ganz Preußen Razzien in Roma-Gemeinden durch, um das Dekret vom 3. November durchzusetzen. Dies resultiert in 8000 Registrierungsprozessen.
Bayern erlässt ein Gesetz, das es Roma und Sinti verbietet, in Familiengruppen zu reisen oder Feuerwaffen zu besitzen. Individuen über 16 Jahre können mit Arbeitslagerhaft bestraft werden, während jene ohne Beweis für eine Geburt in Bayern des Landes verwiesen werden.
In Russland wird die Zeitschrift Romani Zorya (Romani Dämmerung) gegründet. Sie beginnt ihre Publikation 1929. '

1928. In Bayern wird eine Verordnung anerkannt, die Sinti und Roma unter permanente Polizeiüberwachung setzt. Im Mai wird dasselbe Gesetz nochmals erlassen und bestätigt. Dieses Gesetz verstößt direkt gegen die Verordnungen der Weimarer Verfassung. Professor Hans F. Günter schreibt “die Zigeuner haben fremdes Blut nach Europa gebracht.”

1929. Am 3. April wird der Kompetenzbereich des Münchener Informationsbüros als Konsequenz aus dem Gesetz von 1926 auf ganz Deutschland ausgeweitet; Die deutsche Kriminalpolizeikommission nennt es in Zentralbüro zum Kampf gegen Zigeuner in Deutschland um. Am 16. und 17. April wird Polizeidienststellen im ganzen Land befohlen, Fingerabdrücke und andere Daten über Roma sowohl an dieses Büro als auch an das Interpol-Hauptquartier in Wien zu schicken. In enger Zusammenarbeit setzen diese beiden Behörden Restriktionen für die Reisefreiheit von Roma ohne Dokumente durch, und verhängen Haftstrafen von bis zu zwei Jahren in „Rehabilitierungslagern“ für Roma im Alter von 16 Jahren oder älter. In der UdSSR wird Nikolai Pankovs Buch Buti I Dzinaiben (Arbeit und Wissen) veröffentlicht.

1930. Michael Kwiek II. folgt seinem Vater Gregory als “König der Zigeuner” in Polen und wird als solcher von der polnischen Regierung anerkannt. In der UdSSR erscheint die erste Ausgabe von Nevo Drom (Neuer Weg). Der norwegische Journalist Scharfenberg empfiehlt die Sterilisation aller Roma.

1931. Das Moskauer Zigeunertheater (Theatre Romen) wird als sowjetisches Experiment gestartet; es existiert heute immer noch.

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Re: 1417 bis 1526

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